Angst-Entstehung

 

Normalerweise verfügt jeder Mensch über die Bereitschaft, Angst zu erleben. Ob und wann diese Bereitschaft zu richtiger Angst wird,

ist dagegen von Person zu Person unterschiedlich. Einige Menschen verkraften auch Extremsituationen, ohne anschließend unter

vermehrter Angst zu leiden. Andere wiederum trauen sich nach Extremsituationen nicht mehr unter Menschen. 

Bei Menschen mit hoher Angstbereitschaft tendieren Ängste dazu, sich zu verstärken. Denn diese Personen suchen regelrecht nach

Bestätigung ihrer Sorgen. Fast alles, was passiert, passt dann in das Angstschema und bestätigt die (scheinbare) Richtigkeit der

Angsterwartung. 

Ängste können nicht zuletzt Begleiterscheinungen körperlicher Erkrankungen sein. Etwas bei einer Überfunktion der Schilddrüse, oder

einer Unterzuckerung. Einige Ängste wollen betroffene auch nicht wahrhaben. Z.B. bei einem Alkohol, b.z.w. Drogenentzug, oder beim

absetzen von Beruhigungsmitteln. Schließlich können auch Medikamente Ängste auslösen.

 

Umgang mit Angst und Panik 

 

Angst als normal akzeptieren: Ängste gehören zum Leben. Sie sind Ausdruck menschlicher Entwicklung und treten regelmäßig auf,

wenn man sich auf was Neues einlässt. 

Angst zulassen und trotzdem handeln (Hilflosigkeit überwinden): Angst und Panik nicht bekämpfen, sondern zulassen. Nutzt die

Energie lieber dazu, dennoch zu handeln, indem Ihr Euch auf die Angst erregende Situation immer wieder gewusst und gewollt

einlasst. Überzeugt Euch davon, dass die von Euch möglicherweise phantasierten Katastrophen nicht eintreten, sondern dass vielmehr

das Gegenteil der Fall ist. 

Geduld bewahren: Viele Ängste haben sich im Laufe von Jahren, manchmal sogar des ganzen Lebens festgesetzt. Deshalb braucht

es auch seine Zeit, angstfreies Verhalten wieder zu erlernen.

Negative durch positive Phantasien ersetzen: Angstreaktionen gehen häufig mit furchterregenden Panikvorstellungen einher.

Entwickelt alternativ beruhigende, oder ablenkende Vorstellungen (Z.B. Gedanken an einen schönen Urlaub). Ruft Euch diese

Erinnerung herbei, sobald Ihr Angst verspürt. Macht Euch klar, dass ihr Euch viele Katastrophengedanken selbst einredet.

Für sich selbst Verantwortung übernehmen:  Menschen mit großen Ängsten fühlen sich oft als Opfer der Umstände. Ständig

schreibt ihnen einen innere Stimme vor, was sie besser unterlassen sollen, indem sie auf drohende Katastrophen hinweist. So

entstehen immer wieder Situationen, die sich auszeichnen durch Ärger, Streit, Schuldzuweisungen, Selbstmitleid, Hilflosigkeit,

Ungeduld, Erschöpfung, u.s.w. Aus dieser Falle befreit man sich am besten, indem man die Opferrolle ablegt und vor sich selbst

anerkennt, das man für all diese Situationen Verantwortung trägt und künftig auch dementsprechend handelt.

Selbstwertgefühl stärken: Wer lange Zeit unter starker Angst leidet, wird meist immer unzufriedener mit sich selbst und erlebt sich

schließlich als Versager. Oft stellt sich auch noch eine Depression ein. Diesen Teufelskreis verlässt man am besten, indem man sich

Schritt für Schritt von seiner eigenen Fähigkeit wieder überzeugt. Dabei zählt selbst der kleinste Fortschritt als Erfolg. 

Zwänge ablegen: Macht Euch bewusst, welche Verhaltensweisen bei Euch schon zwanghaft sind. Von einem Zwang spricht man,

wenn euch nur unter Angst, oder mit körperlichen Symptomen der Angst gelingt, ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen. Zwängen

begegnet mal ähnlich, wie der Angst. Man unterlässt das zwanghafte Verhalten und überzeugt sich so, dass es zu keiner Katastrophe

kommt.

Grundvertrauen entwickeln: Der ständige Zweifel von Angst-Kranken an der Verlässlichkeit des eigenen Körpers und der eigenen

Person führt dazu, dass man schließlich nichts und niemanden mehr vertraut. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Sicherheit.

Grundvertrauen stellt sich am schnellsten ein, wenn man dem Körper die Chance einräumt, sich in ängstlichen Situationen zu

bewähren. Haltet Euch notfalls vor Augen, dass es kaum etwas gibt, mit dem Ihr notfalls nicht fertig werden könnt. 

Quelle: Dr. Mück